Forschungsvereinigung Räumliche Elektronische Baugruppen 3-D MID e.V.
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Veröffentlichung der VDI/VDE Richtlinie 3719 zur Qualitätssicherung von MID

Räumliche Schaltungsträger revolutionieren das Produktdesign, stellen Hersteller:innen und Anwender:innen aber gleichzeitig vor Herausforderungen in der Fertigung. Die neue VDI/VDE-Richtlinie 3719 schafft Standards für die Qualitätssicherung bei der „Herstellung von mechatronisch integrierten Baugruppen“. Grundlage ist die Technologie MID (Mechatronic Integrated Devices). Die VDI/VDE-Richtlinie stellt erstmals eine erprobte Vorgehensweise zur Produktion von MID-Bauteilen zur Verfügung. Der Bedarf daran ist groß: Die Bauteile mit dreidimensionalen Leiterstrukturen werden in unterschiedlichen komplexen Verfahren produziert, strukturiert und metallisiert. Hinzu kommt, dass die Herstellungskette zumeist aus Einzelschritten spezialisierter Akteure besteht.

 

„Unser Ziel ist es, so die Anwendung von MID einfacher zu machen. Mit der VDI/VDE-Richtlinie schaffen wir wichtige Standards für die Qualitätssicherung und ein wichtiges Instrument für die effiziente und wettbewerbsfähige Produktentwicklung“, so Dr. Christoph Jürgenhake, Gruppenleiter am Fraunhofer IEM und Koordinator des verantwortlichen Fachausschusses 5.6 der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik (GMM). Die VDI/VDE 3719 richtet sich an Hersteller:innen und Anwender:innen von MID, liefert praxiserprobte Standards und ermöglicht eine bessere Kommunikation untereinander, etwa zur Gestaltung und zum Leistungsumfang von Aufträgen.

Bild 1: Die Herstellung von MID ist ein komplexer Prozess. Die VDI/VDE Richtlinie 3719 schafft Orientierung und Verbindlichkeit; Quelle: Fraunhofer IEM

Chancen für intelligente technische Systeme

Ob Smartphone, Werkzeugmaschine oder Auto: MID-Bauteile ergänzen in vielen Fällen den Einsatz herkömmlicher Platinen oder ersetzen diese vollständig. Sie ermöglichen die Entwicklung komplexer technischer Systeme bei gleichzeitig geringem Materialbedarf und hoher Gestaltungsfreiheit. Neben dem derzeit größten Anwendungsbereich Antennen für mobile Endgeräte, sind die räumlichen Schaltungsträger verstärkt auch im Bereich der integrierten Sensorik, im Automotive-Umfeld oder der Medizintechnik zu finden.

MID-Lab bietet leichten Einstieg

Nicht jedes Unternehmen hat die Möglichkeiten, in eine eigene Entwicklungsumgebung für MID zu investieren. Oft ist es hilfreich, sich der Technologie mit kleinen Pilotprojekten anzunähern. Im MID Lab des Fraunhofer IEM können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Original Equipment Manufacturer (OEM) aus den Bereichen Elektronikfertigung, Sensorik, Automotive, Avionik, Medizintechnik sowie der Anlagen- und Automatisierungstechnik Ihre Ideen und Produktkonzepte umzusetzen – von der Designphase über funktionale Prototypen bis hin zur Kleinstserie. Ein Video zur MID-Forschung am Fraunhofer IEM finden Sie hier.

Weitere Informationen über das abgeschlossene Forschungsprojekt „EFF-Projekt MID-QS-Richtlinie“, welche die Basis der VDI-VDE-Richtlinie bildet, finden Sie hier aufgelistet im Jahr 2016.

Quelle Text: EPP Industrie
Bild 2: Von der Designphase über funktionale Prototypen bis hin zur Kleinstserie können Unternehmen im MID-Lab des Fraunhofer IEM die Technologie erproben und umsetzen; Quelle: Wolfram Schroll, Fraunhofer IEM
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